Dopamin

Dopaminerge Neuronen im Belohnungssystem des Gehirns
 

Das Belohnungssystem des Gehirns

Jeden Tag frühstücken wir, gehen zur Arbeit, widmen uns in der Freizeit unserem Lieblingssport. Warum eigentlich? Warum tun wir überhaupt irgendetwas? Wir könnten auch den ganzen Tag faul herumliegen. Stattdessen essen und trinken wir, haben Sex und gehen Hobbys und Berufen nach. Vielen Dingen könnten wir uns den ganzen Tag widmen, so sehr motivieren sie uns. Und oft bringen uns selbst Rückschläge nicht davon ab, weiterzumachen.

Doch woher kommt eigentlich
Motivation? Wo entsteht sie?

Die Antwort der Hirnforschung ist folgende: Erfolgsversprechende Tätigkeiten aktivieren im Gehirn unser Belohnungssystem, das sogenannte mesolimbische System.

Es besteht aus Strukturen im Mittel- und Vorderhirn. Für die dort verlaufenden Nervenzellen ist Dopamin der Transmitter im synaptischen Spalt.


Haben wir Erfolgserlebnisse, so werden diese Neuronen
im ventralen tegmentalen Areal ➊ und in der Substantia nigra ➋ stimuliert. Sie senden ihre Erregungspotenziale weiter an den Nucleus accumbens ➌ und weiter an andere Gehirnstrukturen, welche einen Belohnungseffekt von Zufriedenheit und Freude auslösen.
 
 
 
 
 

Doch viel wesentlicher ist, dass unser Gehirn mithilfe der dopaminergen Neuronen bewertet, wie erstrebenswert die Ausführung einer Tätigkeit ist. Die Bewertung ist möglich, da es verschiedene Typen von Neuronen gibt, die in unterschiedlichen Situationen feuern. Von dieser Bewertung hängen natürlich letztendlich auch unsere Handlungen ab; also ob, wie

lange, wie oft und wie gerne wir etwas tun.

Die dopaminergen Neuronen sind für unsere Motivation zuständig.

Ohne sie könnten wir uns zu rein gar nichts aufraffen – wir würden vor lauter Antriebslosigkeit sogar verhungern.

 
 

Es gibt mindestens zwei
verschiedene Typen von Neuronen, die diese wichtigen Aufgaben
erfüllen.

Typ 1 bewertet den Belohnungseffekt und gewichtet ihn. Diese Neuronen feuern nur, wenn bei Tätigkeiten positive Ereignisse auftreten, wenn man also ein erstebenswertes Ziel erreicht hat, sich sein Lieblingsessen gekocht hat oder endlich diesen einen verrückten Skateboardtrick geschafft hat. Geht dagegen alles schief, hemmen sie sogar die Reizweiterleitung.

Typ 2 ist für generelle Motivation zuständig. Diese Neuronen bestimmen die sogenannte 'incentive salience' – übersetzt: das Hervorstechen eines Anreizes. Das bedeutet, sie geben einer Tätigkeit auf der „To-Do“-Liste des Gehirns eine hohe Priorität. Sie feuern auch bei negativen Ereignissen und sagen uns: Es ist ein Ereignis geschehen, also tu etwas! Mach das nochmal! oder aber: Mach es das nächste mal besser! So können wir auch bei Misserfolgen trotzdem bei der Stange bleiben können.

Dopamin ist der Transmitter (Botenstoff) im Synaptischen Spalt zwischen den Neuronen. Feuert die präsynaptische Nervenzelle stark, so kommt es zu einer hohen Dopamin-Ausschüttung. Die Dopamin-Moleküle wandern zur postsynaptischen Nervenzelle und bewirken, dass diese ebenfalls ihr Potenzial abfeuert. Viel Dopamin bedeutet also eine hohe Feuerungsrate.